Psychotherapie Dresden Regina John

 

letztes Update: August 2017
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Hier finden Sie Hintergrundwissen zu einigen ausgewählten psychischen Erkrankungen.

Posttraumatische Belastungsstörung

Entwicklung Posttraumatischer Belastungsstörungen (PTB)

Hauptkennzeichen der Posttraumatische Belastungsstörung ist die Entwicklung belastender Symptome nach einem Trauma. Das bedeutet, dass ein traumatisches Ereignis statt gefunden haben muss, bei dem

  • die Person in Todesgefahr war,
  • die Person schwer verletzt wurde oder Angst hatte, schwer verletzt zu werden,
  • die Person bedroht wurde oder
  • die Person beobachtet hat, wie jemand anderes getötet, schwer verletzt oder bedroht wurde.
Dieses Ereignis muss bei der betroffenen Person starke Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen ausgelöst haben.

Man kann die auslösenden traumatischen Ereignisse danach unterscheiden, ob sie selbst erlebt (primäre Traumatisierung) oder miterlebt wurden (sekundäre Traumatisierung) bzw. ob sie von Menschen verursacht wurden oder nicht. Je nach Art des Traumas ist die Wahrscheinlichkeit, in Folge des Ereignisses eine PTB zu entwickeln, unterschiedlich hoch:

Ereignis Wahrscheinlichkeit, PTB zu entwickeln
Vergewaltigung 50%
Kindesmissbrauch 35%
schwerer Verkehrsunfall 15%
schwere Erkrankungen 15%
Naturkatastrophen 5%

Traumata, die durch Menschen verursacht wurden oder eine mehrfache Traumatisierung enthalten (z.B. Kriegsgefangenschaft) lösen mit außerordentlich hoher Wahrscheinlichkeit posttraumatische Belastungen aus.
Außerdem besteht bei verschiedenen Berufsgruppen ein erhöhtes Risiko der sekundären Traumatisierung. Dazu gehören Feuerwehrleute, Notfallmediziner und Katastrophenhelfer.

Merkmale der Posttraumatischen Belastungsstörung

Im Rahmen einer PTB kommt es zu verschiedenen charakteristischen Symptomen, die aus der Traumatisierung herrühren. Dazu zählen:

  • Wiedererleben des traumatischen Ereignisses:
    Hierbei können sich aufdrängende, wiederkehrende Erinnerungen an das Ereignis auftreten, die in Bildern, Geräuschen oder Gerüchen bestehen können. In einigen Fällen kommt es zu einem kompletten Zurückversetzen in die Situation, wobei das Trauma wieder erlebt wird ("Flashback"). Das Wiedererleben kann sich auch im Rahmen von wiederkehrenden Alpträumen äußern.
  • Vermeidung mit Situationen oder Objekten, die in Zusammenhang mit dem traumatischen Ereignis stehen:
    Gedanken, Gefühle oder Gespräche über das traumatische Ereignis werden vermieden. Bei einigen Personen verursacht die Vermeidung traumabezogener Gedanken eine Unfähigkeit, sich an das traumatische Ereignis oder Teile davon zu erinnern. Auch Situationen, Personen oder Aktivitäten, die an das Trauma erinnern, werden vermieden.
  • Gefühlstaubheit:
    Betroffene berichten häufig von verminderten Interesse an früheren Aktivitäten und dem Gefühl der Entfremdung bzw. einer Unfähigkeit, Gefühle wahrzunehmen. Pläne für die Zukunft werden nicht mehr gemacht.
  • Symptome anhaltender erhöhter Erregung:
    Die PTB geht mit einer erhöhten allgemeinen Erregung einher. Dies kann sich in einer starken Schreckhaftigkeit, Ein- und Durchschlafstörungen oder Konzentrationsproblemen und Reizbarkeit äußern.
Für die Diagnose der Posttraumatischen Belastungsstörung müssen die oben genannten Symptome mindestens einen Monat lang bestehen. Halten sie länger als drei Monate an, spricht man von einer chronischen PTB.

Autor: S.Helbig zum Seitenanfang